Fliegende Fische, der unsichtbare Berg und Mampf

Guten Tag liebe Leserschaft!

Seit heute sind wir eine Woche in Japan.

Unsere Erwartungen waren sehr hoch und man kann bis jetzt stolz berichten, dass diese trotzdem noch übertroffen wurden.

Vor einer Woche sind wir gelandet und sofort zu meiner Schwester Jacqueline ins Hotel gefahren, da diese schon einen Tag auf uns im Hotel wartete. Jacky war schon einen Tag früher nach Japan geflogen um ihren Jetlag auszukurieren. Sophie und ich hatten damit eher weniger Probleme. Da Japan eine Zeitverschiebung von 7 Stunden zu Deutschland aufweist und Shanghai eine Zeitverschiebung von 6 Stunden, ist der Unterschied für uns beide nicht so groß ausgefallen.

Die komplette erste Woche waren wir in Tokyo unterwegs, eine Stadt, die noch niemand von unserer Gruppe kannte. Da Sophie ja schon ein Jahr in Japan lebte, sind ihr unsere zukünftigen Reiseziele Osaka oder Hiroshima schon bekannt, Tokyo war deswegen auch für sie sehr spannend 🙂

Da Tokyo eine der teuersten Städte der Welt ist, wollten wir dort versuchen, zumindest eine günstige und trotzdem gute Unterkunft zu bekommen. Wir haben somit schon im Januar, sofort als wir unsere Flugdaten für Shanghai bekamen, alle Unterkünfte mit Airbnb gebucht. Wir hatten auch für Tokyo eine Unterkunft genommen, die wirklich sehr zentral lag und von guten Restaurants umgeben war, nur das Internet und die nicht so ganz funktionierende Waschmaschine waren kleine Punkte, die negativ auffallen sollten.

Da wir um schon 6 Uhr morgens in Tokyo mit dem Flieger landeten, noch durch die ganzen Kontrollen mussten und noch fast zwei Stunden Fahrt mit der Bahn vor uns hatten, dachten wir, dass wir um 11 bis 12 Uhr bei meiner Schwester im Hotel sein würden. In China war es uns schon passiert, dass alleine die Kontrollen gefühlt den ganzen Tag dauerten, bis man dann endlich aus dem Flughafen draußen war. In Japan dauerte der ganze Prozess weniger als 10 Minuten, das war echt entspannend, mehr vom Tag für unsd!

Wir konnten uns sofort in den Zug setzen, ins Hotel fahren (gut, zugegeben, wir haben uns schön verfahren, da das Zug-Netz in Tokyo wirklich sehr unübersichtlich und schwer zu verstehen ist, wenn man es nicht kennt), dort frühstücken und in unsere Airbnb Wohnung ziehen.

Beladen wie Packesel machten wir uns auf den Weg, da das Hotel nur 2km entfernt von der Airbnb Wohnung war, konnten wir langsam loswatscheln und waren in 20 Minuten da. Da wir zu früh ankamen, um sofort einzuchecken, durften wir zumindest kurz unsere Sachen abladen und dann sofort in die Stadt gehen, welche uns brennend interessierte. Wir hörten bis zu diesem Tag nur, dass Tokyo extrem groß sei, es überall leuchtet, es extrem viele Menschen gibt und die kuriosesten Gestalten unterwegs sind.

Unsere Wohnung war klein, aber doch sehr schnuckelig, es sollte WLan geben (jede Brieftaube wäre schneller), eine Waschmaschine, eine Badewanne und auch sonst ziemlich alles, was man sich so vorstellen konnte. Kaum hat unser Gepäck den Boden berührt, so waren wir auch schon auf dem Weg, um alles zu erkunden 🙂

Samstag, die Ankunft

Am Tag der Ankunft haben wir die nahe Umgebung kennengelernt. Wir waren in einem Park, der als einer der schönsten Tokyos gilt, haben uns davor viele Japanische Süßigkeiten und japanisches Bier gekauft und alles dort verköstigt. Die japanischen Dangos und Mochis sind wirklich sehr zu empfehlen, auch schmecken sie ganz anders, als die, die man in Deutschland kaufen kann. Uns ist im Allgemeinen aufgefallen, dass alles, was es in Deutschland an japanischem Essen zu verspeisen gibt, zwar sehr gut ist, aber trotzdem noch unereichbar zu dem ist, was man vor Ort probieren kann.

Am Abend hatten wir Glück, es gab ca. 100m von uns entfernt ein kleines Fest. Dort haben viele Leute getanzt, getrommelt, Essen zubereitet und getrunken, das war ziemlich lustig und hat uns sofort gezeigt, dass Japan vielleicht doch nicht so spießig ist, wie man vielleicht denken mag.

In Japan sind auch Spielehallen sehr berühmt. Hier gibt es digitale Spiele, die man alleine oder mit seinen Freunden spielen kann. Man kann hier Air-Hockey spielen, aber auch auf „Skiern“ virtuelle Pisten befahren oder auf Trommeln Lieder so gut wie möglich nachspielen. Wir waren hier nur ein paar Minuten, haben zusammen getrommelt und hatten viel Spaß 🙂

Sonntag

Ab Sonntag wollten wir etwas mehr Kultur erleben und den Kaiserpalast in Tokyo anschauen. Hier betrachteten wir den Garten der Kaiserfamilie und schwitzten auf Grund der Hitze nur so vor uns hin. Trotzdem hat es viel Spaß gemacht und war schön anzusehen. Das was wir komisch fanden, ist, dass es fast keine Blumen in den Gärten gab, meistens nur große Bäume.

Zur späteren Stunde sind wir dann durch die Stadt gewuselt und haben ein kleines Einkaufszentrum gefunden, welches im ersten Stock nur Süßigkeiten anbietet. Dort haben wir viel Geld „verloren“, viele Gramm Fett fanden aber den Weg an unsere Hüften 🙂

Zumindest zum Thema Esskultur gab es hier viel zu sehen und schmecken 🙂

An diesem Tag hatten wir noch kurz Zeit und haben uns das berühmte Shibuya angesehen, hier gibt es die Kreuzung in Tokyo, die fast jeder kennt. Die Kreuzung ist extrem groß und man kann sie vor Menschenmassen beim überqueren kaum erkennen. Selten haben wir so viele Menschen aufeinmal gesehen!

Montag

Der Montag sollte sich der verrückteren Seite Japans widmen. Wie viele wissen, so ist Japan technologisch gesehen auf einem weit neueren Stand als Deutschland. Die Japaner arbeiten außerdem extrem viel und sind sehr zivilisiert und fast schon zu freundlich. Abseits von dem Normalen und Gewissenhaften, liest fast jeder Japaner Mangas, viele schauen Animes oder verkleiden sich als ihre Lieblingshelden aus diesen Animes (Cosplay). Diese beiden Seiten wollten wir besser kennenlernen!

Bevor wir uns aber dem verrückten Teil widmeten, wollten wir uns einen berühmten Schrein in Japan anschauen, ein kleiner Abstecher in die Vergangenheit Japans.

Auf dem Weg dahin fanden wir einen kleinen Garten, dort gab es verschiedene kleine Bonsai-Bäume, die teilweise über tausend Jahre alt waren. Außerdem gab es hier Koi-Fische zu sehen! Da wir die Aussicht hier genießen wollten, saßen wir dort eine Weile und wurden nach kurzer Zeit schon unterbrochen. Der Ort war anscheinend berühmt und so feierten hier viele Brautpaare ihre Hochzeit. Nach wenigen Minuten kam eine Braut und ein Bräutigam in traditioneller Kleidung durch den Garten, nach weiteren 5 Minuten folgte noch ein Paar und weitere 5 Minuten später noch eins. Bald sah es aus wie eine Karawane aus Brautpaaren, manche traditionell gekleidet und andere wiederum westlich.

Der Schrein im Anschluss war klein, aber fein. Die Geschichte der 47 Ronin ist sehr interessant und hier sieht man, dass die alten Samurai auch heute noch oft besucht werden. Die Gräber der alten Helden sind direkt bei dem Schrein und werden auch heute noch gut besucht und mit angezündeten Räucherstäbchen geehrt.

Später gingen wir dann in den „Anime“-Distrikt von Tokyo, Akihabara genannt. Dort haben wir viele Geschäfte besucht und waren echt erschlagen. Fast jedes Geschäft war 9 Etagen hoch und es gab Mangas, Animes und Spiele dazu und das in Massen. Leider gab es kaum was in Englisch, somit blieb unser Geldbeutel verschont 🙂

Um sich noch etwas ganz spezielles anzuschauen, ging es danach in ein Maid-Cafe. Ein Maid-Cafe ist ein normales Cafe, wo die Bedienungen verkleidet sind als Dienstmädchen. Der Anblick war wirklich interessant und es war lustig, da es auch eine Tanzeinlage gab und jeder Katzenohren tragen musste 😀 Witzig war hier, dass hier auch Leute vertreten waren, die seriös, mit einem Hemd und einer Jeans gekleidet, ins Maid-Cafe kamen, um sich ein großes Rührei mit einem großen Herzen aus Ketchup darauf machen zu lassen. Man sieht hier, dass wirklich jeder auch die teilweise verrückte Kultur Japans akzeptiert und lebt.

Dienstag

Am Dienstag besuchten wir einen Schrein, nach diesem wurde eine der berühmtesten Schokoladenmarken Japans benannt, der Meiji-Schrein. Dieser wird gerade renoviert und deswegen gab es leider nicht sooooo viel zu sehen, interessant war es trotzdem!

Später gab es dann eine komplett neue Erfahrung für mich und Jacky. Es gab das erste Mal Soba-Nudeln und wir durften sogar auf dem Boden sitzen! Klingt komisch, ist aber so. Jahaaaaa, auf Nachfrage durften wir wirklich, wie es traditionell üblich ist, auf dem Boden des Restaurants sitzen und unser Essen genießen, die bequemen Stühle wurden sofort von uns verschmäht.

Um den Tag noch besser zu machen, gab es am Abend nochmal die besten Ramen, die wir alle je essen durften. Japan hat uns kulinarisch schon komplett verschlungen, selten haben wir so viele und so gute Dinge probieren dürfen! 🙂

Da Jacky bald Geburtstag haben sollte, wollten wir sie überraschen. In Tokyo gibt es ein Disney-Land, welches sehr berühmt und gut ist. Da das Disney-Land anscheinend jeden Tag nur ein bestimmes Kontigent an Tickets verkauft, hatten wir erst mal etwas Angst, dass es keine Tickets mehr gibt, wenn wir dort spontant aufschlagen. Auf dem Weg durch Shibuya war es dann soweit. Direkt an einer Kreuzung entdeckte Jacky einen Disney-Laden wo man auch noch Karten kaufen konnte, daran hatten wir gar nicht gedacht, passte aber wie die Faust aufs Auge, es sollte also so sein! Insgesamt gibt es nämlich nur 3 Disney-Läden in ganz Tokyo, diese sind überall verstreut und eigentlich schlecht zu erreichen, dass wir dann noch per ZUFALL einen fanden, war echt witzig.

Da an Jackys Geburtstag der Besuch des höchsten Berges von Japan anstand, sollte es am nächsten Tag ins Disney-Land gehen 🙂

Mittwoch

Das Geschenk wurde eingelöst, seht selbst 🙂

Donnerstag

Wir hatten schon viel in Tokyo erlebt, sogar sehr viel. Fast nichts mehr stand noch auf unserer Liste, nur noch zwei Sachen. Wir wollten ein Igel Cafe besuchen und Tokyo von oben sehen.

In dem Igel-Cafe konnte man Igel anschauen, teilweise auch füttern und streicheln. Hatten diese genug, so gab es extra Ruhekästen, wo sie sich entspannen konnten, sollte ihnen der Trubel dann doch zu viel werden.

Danach fiel uns das erste Mal so richtig auf, wie leer unser Geldbeutel eigentlich ist. Tokyo ist einer der teuersten Städte der Welt und das machte sich so langsam bemerkbar. Um etwas zu sparen, sind wir nicht auf den Tokyo-Skytree gegangen, um von weit oben auf die Stadt zu blicken, sondern kostenlos in das Regierungsgebäude in Tokyo, um die ganze Stadt bei Sonnenuntergang sehen zu können 🙂 Die gesparten 20€ wurden natürlich wieder clever in Nahrung verwandelt, ihr wisst ja, reine Lebenserhaltung!

Freitag

CELEBRATION!

Jackys Geburtstag brach an und sofort machten wir uns auf den Weg, um den höchsten Berg Japans zu sehen. Wir fuhren fast drei Stunden lang durch Japan, um endlich nah genug zu sein. Man sagte uns, das man ihn bei sehr klarem Wetter sogar von dem Regierungsgebäude hätte sehen können.

Angekommen am Berg kam die erste Ernüchterung. Es war ziemlich bewölkt und man konnte nicht mal die Spitze des Berges erkennen! Trotzdem war die Stimmung und das Essen auf dem Aussichtspunkt sehr gut! Es gab zum Beispiel Mochi und Bier mit Matcha.

Matcha ist japanischer grüner Tee und schmeckt leicht nach Alge. In dem Bier war es echt etwas seltsam. Man wollte trinken und es roch, als würde man komplette Algen und Fische durch seine Nase inhalieren 😀

Später hatten wir etwas Glück und die Wolken verzogen sich etwas, man konnte dann zumindest einen Teil der Spitze erkennen.

Das tolle an dem Ort der Aussicht war, dass es auch eine gute Sake-Brauerei geben sollte. Jacky und ich hatten nur ein Mal Sake in Deutschland probiert und diesen hätte man doch lieber zum desinfizieren von Wunden oder Böden nehmen sollen.

Wir hatten schon direkt bei der Ankunft am Ort eine Besichtigung der Brauerei für 4 Euro pro Person gebucht und diese stand nach der Besichtigung des Berges auf dem Plan!

DIe Besichtigung war sehr gut, wir trafen dort sogar so viele Deutsche, dass es fast schon Sinn gemacht hätte, alles in unserer Sprache zu erklären. Die letzten 2 Tage trafen wir sogar ein spezielles deutsches Paar 3 mal an unterschiedlichen Orten, da wir denselben Reiseführer haben, schieben wir das auf ihn.

Nachdem die eigentliche Führung vorbei war, durften wir uns sogar noch das traditionelle japanische Haus und den Garten der Brauereibesitzerin anschauen.

Samstag

Der Samstag war ein sehr trauriger Tag für uns. Wir waren nun eine Woche lang in Tokyo und nun sollte es nach Yokohama gehen.

Tokyo war für uns alle ein sehr schönes Erlebnis und wohl eine der schönsten und ereignisreichsten Städe, die wir je besuchten. Meine persönliche Lieblingsstadt war bis jetzt Sydney, nun muss sich diese den ersten Platz wohl oder übel teilen.

Nachdem wir alles schon gepackt hatten und die Taschen kaum mehr zugehen wollten, ging es auch schon los zur nächsten Stadt, wobei wir nur einen Tag in Yokohama verweilten. Yokohama ist eine Hafenstadt, wir denken, dass es eine Kreuzung aus Hamburg und Tokyo darstellt. Wie es sich für diese Synthese gehört, sollte es hier auch regnen 🙂

DIe Stadt war schön, es gab sogar so etwas wie einen kleinen Freizeitpark im Zentrum von dieser, man konnte bei Nacht Riesenrad fahren oder wie Sophie die Zeit in einem „Kreis-Kreisel-Brech“-Karussell verbringen 🙂

Am besten hat uns das Cup-Noodle-Museum gefallen. Man konnte dort die Geschichte der beliebten Instant-Ramen-Suppen miterleben. Am Ende konnte man sich sogar seine eigenen, individuellen Ramen selbst zusammenstellen, den Becher bemalen und als Tasche mitnehmen. Ein sehr schönes Erlebnis!

Der Regen ist ein Vorbote des Taifuns, der heute Japan treffen soll. In diesem Moment sitzen wir im Hochgeschwindigkeitszug auf dem Weg nach Kyoto und wir hoffen, dass der Taifun nicht ganz so schlimm wird, falls doch, so gibt es heute einen Tag, wo wir nur in unserem gebuchten traditionellen Haus in der Nähe Kyotos bleiben werden.

Wir lassen uns nicht vom Winde verwehen und wünschen euch einen schönen Sonntag!

Viele Grüße aus dem Shinkansen nach Kyoto 🙂

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