Wasser, Wasser, Wasser überall, doch wir haben nichts zu trinken!

Dieses Wochenende wollten wir in Hangzhou genießen. Da ich die ganze letzte Woche mal wieder krank war, hatten wir gehofft, dass ich dann wenigstens diesen Freitag wieder gesund sein würde.

Letzten Samstag haben mich Fieber und Übelkeit wunderbar überrascht und seitdem musste ich von der Arbeit entfernt bleiben und durfte das Bett im Hotel nicht verlassen. Glück hatten wir dann, als die geplante „Reise“ nach Hangzhou stattfinden konnte, schließlich waren das Hotel und die Bahn schon gebucht!

Die Stadt Hangzhou ist nur eine Stunde von Shanghai entfernt und bildet die Hauptstadt der Zhejiang Provinz. Besuchen wollten wir diese Stadt, da sie für ihren schönen Rundgang um den See im Zentrum bekannt ist.

Außerdem sollte es viele Teefelder geben, die man besuchen kann!

Gesagt, getan. Sophie ist am Freitag direkt von der Arbeit in den Zug gestiegen, ich habe sie dann auf dem Weg direkt eingesackt und wir sind zusammen zum Bahnhof gefahren. Wir waren schon ganz gespannt, da die günstigsten Zug-Tickets für ca. 7 Euro nämlich schon alle vergriffen waren, haben wir richtig tief in die Hosentasche gegriffen und um die 10 Euro für eine Fahrt in der ersten Klasse bezahlt!

Wie wir schon öfter erwähnten, so sind die Züge immer komplett ausgebucht. Jeder hat IMMER einen Platz, dort extrem viel Beinfreiheit und es ist ziemlich entspannt. Wenn das also die zweite Klasse war, wie sollte dann erst die erste Klasse sein?

Pünktlich sind wir am Bahnhof angekommen, es hat sogar noch für die Besorgungen von Süßigkeiten gereicht und sofort ging es zum Zug, welcher schon wartete. Statt der 5 Sitze, die sonst nebeneinanderstanden, gab es bei der ersten Klasse 4 Stück pro Reihe. Man hatte noch mehr Platz, noch mehr Freiraum und einen wirklich extrem großen Sitz. Schade, dass wir nur für eine Stunde fahren mussten, die Entspannung war nämlich schon ziemlich groß.

Auch, als wir abends in Hangzhou ankamen, war alles noch sehr entspannt. Normalerweise sind die Bahnhöfe immer extrem dezentral gelegen, oft um die 30km vom Zentrum der Stadt entfernt. In Hangzhou gibt es 2 Bahnhöfe und beide sind mit dem Zentrum via Metro innerhalb von unter 10 Minuten zu erreichen, das ist echt angenehm.

Das Hotel war etwas schwer zu finden, direkt in einer Seitengasse gelegen, sodass man es sehr leicht übersah. Etwas erinnerte das hier an Captain Jack Sparrow und die Insel, die man nur finden kann, wenn man bereits wusste, wo sie ist.

Das Hotel war eigentlich ganz lustig, zumindest hatten Sophie und ich noch nie ein so großes Bett in einem so kleinen Raum gesehen, der Raum bestand eigentlich zu 2/3 nur aus Bett.

Nachdem wir ankamen und unsere Sachen ablegten, wollten wir uns nochmal den großen und berühmten See in der Mitte der Stadt anschauen, am nächsten Tag wollten wir ihn umwandern.

Wir gingen also nochmal in die Stadt und zum See, suchten auch noch etwas zu Essen, aber allzu erfolgreich waren wir nicht, der nächste Tag sollte mehr Essen versprechen!

Samstag

Der nächste Tag begann mit dem Frühstück, ein ganzes Snickers sollte unsere beiden Mägen füllen und zumindest den schlimmsten Hunger etwas decken!

Sofort versuchten wir dann zum See aufzubrechen und diesen dann zu umrunden, dies sollte laut Reiseführer 3-4 Stunden dauern, anscheinend wurden die ganzen Chinesen aber nicht miteinberechnet, die einem den Weg blockieren.

Wenn Deutsche wandern gehen und sich etwas anschauen, dann laufen sie und bleiben zur Not kurz am Rand stehen, um sich etwas genauer anschauen zu können. In China läuft das ganze etwas anders ab. Wenn man in einer großen Gruppe läuft, bewegt man sich möglichst langsam und wenn man wartet, dann immer in verengten Bereichen. Teilweise stehen dann viele dutzende verdutzte Chinesen vor einer Tür, weil einer ganz vorne es für clever empfand, in der Tür auf sein Handy zu schauen und erst kurz das ganze Internet durchzulesen, bevor er sich entschließt, doch noch einen Meter nach vorne zu schreiten. Letztendlich wünscht man sich immer, man sei Rambo. Eine große Machete, seinen eigenen Weg durch den chinesischen Urwald schlagen, überall um einen herum fliegt Bambus durch die Luft und man wäre mit dieser Methode auch noch viel schneller als sonst.

Das wandern an sich war aber schön, wir ließen uns Zeit, haben extrem viele Seerosen gesehen und wir schnatterten den ganzen lieben, langen Weg. Oft sind wir auch einfach einen anderen Weg zur Seite abgebogen, dort waren dann plötzlich keine Chinesen mehr und es war etwas ruhiger, man genießt das richtig, keine Machete mehr von Nöten 🙂

Letztendlich haben wir fast 5 Stunden gebraucht, was aber auch daran lag, dass wir uns noch ein paar andere Dinge anschauten. Wir hatten aber viel Glück, es war sehr bewölkt und das Wandern wurde dadurch sehr angenehm.

Wir hätten wahrscheinlich auch noch viel länger gebraucht, hätten unsere Mägen uns nicht getrieben. Es war bereits später Nachmittag und das Snickers war neben einem kleinen Shake unser einziges Frühstück. Irgendwann sahen wir dann ein Kaufhaus und wir stürzten uns in den ersten Koreaner, den wir sahen, es gab dann Bibimbap.

Später wollte ich Sophie dann noch einmal zum Essen einladen, da sie sich während meiner Krankheit um mich kümmerte.

Es ging somit nur kurz schnell ins Hotel und dann sofort wieder los, um wieder etwas zum Essen zu suchen.

Da wir beide Lust auf kleine gefüllt Teigtaschen hatten, die es in Hangzhou anscheinend sehr oft gibt, dagegen in Shanghai nur selten, machten wir uns auf den Weg zu einem gelobten „Restaurant“.

Besagtes Restaurant versprühte den Charme einer Kantine auf den Siebzigern, sollte aber gut sein. Geholt haben wir uns acht Teigtaschen für stolze 10 Yuan. Ich habe Sophie also erfolgreich auf ein Essen eingeladen, welches ca. 1,4€ kostete, selten haben wir so günstig gegessen.

Für die Kritiker mag gesagt sein, dass ich Sophie natürlich nochmal richtig zum Essen ausführen, das zweite Mal darf es dann ruhig etwas teurer sein 🙂

Um noch einen kleinen Snack zu haben, haben wir uns außerdem auch noch Lotus zum mampfen gegönnt. Wir hatten es schon oft gesehen, aber noch nie wirklich gekauft! Wir können es übrigens nur empfehlen 🙂

Sonntag

Heute haben wir nicht viel gemacht, lang geschlafen, viel gegessen und einen Pavillon besucht.

Das Wetter war heute nicht ganz so gnädig, es waren über 35 Grad und Sophie und ich schwammen regelrecht durch die Stadt.

Schön war, dass wir gleich am Morgen nochmal in einem kleinen Restaurant, eventuell darf man es auch als chinesische Imbissbude bezeichnen, Teigtaschen gegessen haben. Es gab insgesamt 18 Taschen zum Frühstück. Im Vergleich zu dem Abend davor waren es also extrem viele Teigtaschen, aber als Pendant zur deutschen Bratwurst sind sie echt zu empfehlen!

Danach ging es dann schnell zum Stadtgott-Pavillon, hier konnten wir einen Blick über die ganze Stadt genießen. Es war ein entspannter Abschluss der Reise 🙂

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