Basifu? Gesundheit!

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Guten Tag liebe Leserschaft,

die Urlaubszeit ging sehr schnell rum und wir haben in den letzten Wochen wirklich viel erlebt, wie ihr in dem letzten Beitrag lesen konntet 🙂

Nun geht der nächste wichtige Abschnitt unseres Aufenthaltes los, unser Arbeitsalltag bei den Chinesen sollte vor genau einer Woche starten!

Die erste Erkenntnis hier ist, dass die meisten Chinesen mit dem Namen der Firma BASF nichts anfangen können. Da die Chinesen kein Alphabet verwenden, versuchen sie immer Zeichen zu finden, die ähnlich der richtigen Aussprache klingen. Die BASF in China heißt somit Basifu.

Das Schöne ist, dass wir jeden Morgen und Abend mit einem Shuttlebus zur Arbeit und wieder zurück zum Guesthouse gefahren werden. Das ist wirklich entspannend, man muss sich um nichts kümmern und nach 50 Minuten Fahrt ist man auch schon auf dem Werksgelände angelangt.

Eine witzige Geschichte ist dafür verantwortlich, dass wir uns hier nun wirklich immer anschnallen werden. Wie ihr inzwischen wisst, wären die schlechtesten und rüpelhaftesten Autofahrer aus Deutschland noch immer die sozialsten und humansten Autofahrer in China.

Jeder fährt so, als wäre es ihm absolut egal, ob aus seinem langen Hyundai jetzt gleich ein winziger Smart würde oder nicht. Natürlich gilt auch hier das Recht des Stärkeren. Erwähnenswert ist hier, dass so ein Shuttlebus besonders groß und oft auch besonders stark im Vergleich zu den anderen Verkehrsteilnehmern ist. Rein nach dem Prinzip „Ich gewinne mit dem Bus ja eh ^-^“ wird hier also der Bus über rote Ampeln und quer durch den sehr dichten Verkehr manövriert.

Der Bus lässt sich außerdem auch als Räucherkammer bezeichnen. Der Bus riecht so, dass man die Klamotten immer nur für einen Tag anziehen kann, was unser Waschverhalten noch intensiviert 😀

So, nun aber zu der besagten „ich schnalle mich dann doch lieber an!“-Geschichte.

In Bussen wird man zwar oft darauf hingewiesen, falls der Bus denn Anschnaller vorzuweisen hat, diese auch zu verwenden, aber in China sucht man sich sogar extra die Plätze raus, wo diese Anschnaller auch noch funktionieren!

Am ersten Tag, auf dem Weg zurück von der Arbeit, wollte unsere liebe Sophie nämlich aus dem Bus herausschauen. Sagen wir es so: Wäre das Auto ein Cabrio mit geöffnetem Verdeck gewesen, so hätte man Sophie dabei beobachten können, wie sie sich auf dem schnellsten und kürzesten Weg zur Sonne macht.

Die Straßen in Shanghai sind manchmal etwas unebener und da es nur noch 2 unbelegte Plätze im Bus gab, machten wir uns auf und setzten uns in die letzte Reihe des Busses. Diese Reihe ist ja besonders dafür bekannt, dass man jede Bewegung des Busses besonders intensiv mitbekommt.

Mitten in einem Gespräch, drohte Sophie plötzlich abzuheben. Der Busfahrer ist mit sehr hoher Geschwindigkeit über einen Hubbel gefahren, der so groß ist, wie man es von den hohen Bremsschwellen aus Deutschland kennt. Seit diesem „Ausflug“ suchen wir uns immer Plätze, wo man sich anschnallen kann und nehmen diese Möglichkeit auch immer wahr J

Arbeit

Von der Arbeit an sich gibt es nicht sonderlich viel zu berichten. Wir hatten schon von den Jahrgängen davor gehört, dass man oft keine Arbeit bekommt, sich in seine Lieblingsecke des Büros setzt und die Fließen an der Wand zählt.

Allgemein kann man sagen, dass das Werk in Shanghai schon eine Ähnlichkeit zu dem in Ludwigshafen besitzt, bis auf die Größe natürlich. Das Werk in Shanghai ist relativ klein, bietet aber trotzdem noch genug Platz für fast 3.000 Mitarbeiter. Zusätzlich gibt es 2 Kantinen für die ganzen Arbeiter und man darf jeden Tag für 2,5€ kostenlos Essen. Diese 19 Yuan reichen eigentlich immer für eine Hauptspeise, ein Getränk und einen Joghurt zum Nachtisch aus 🙂 Man hat hier oft viele Gerichte zur Auswahl, viele Europäische Dinge oder man kann sich auch ganz individuell ganz viele kleine Näpfchen nehmen, in jedem ist eine andere Chinesische Speise untergebracht.

Das Schöne ist, dass wir hier fast kein Geld ausgeben, am Morgen essen wir im Hotel, Mittagessen gibt es dann in der BASF und abends geht es dann wie gewohnt in ein Restaurant, mit 5€ am Tag kann man hier gut Leben!

Ich bin in einer Abteilung gelandet, die sich um das Leasen von Maschinen und Gebäuden kümmert. Eine wirkliche Einführung gab es nicht und bei mir sprechen nur 2 Personen gutes Englisch, der Rest kann zumindest ein paar Worte. Trotzdem muss man sagen, dass es mich erstaunt hat. Am Anfang dachte ich, dass es selbst in der BASF in China eine Rarität sein müsse, jemanden zu treffen, der halbwegs die englische Sprache versteht.

Da ich vor dem Flug nach China schon Kontakt mit meiner Betreuerin in Shanghai hatte, wusste ich schon, dass ich angeblich wieder Programmieren dürfte.

Meine Aufgaben waren am Anfang wirklich sehr ernüchternd. Im Prinzip übernahm ich in den ersten drei Tagen den Job eines Sekretärs. Ich durfte Emails an Kollegen weiterleiten. Das witzige hier war, dass ich immer Listen bekam, welche 3-5 Namen enthielten. Dann bekam ich eine perfekt ausformulierte Email geschickt. Genau diese Email sollte ich dann an diese 3-5 Personen verschicken.

Ich musste keine Email selbst schreiben, mich um nichts selbst kümmern, sondern am Tag nur um die 40 Emails weiterleiten.

Wenn man mathematisch begabt ist und bedenkt, dass ein Arbeitstag um die 8 Stunden Zeit fasst, dann fällt einem auf, dass das Weiterleiten von 40 Emails (Pro E-Mail plane ich für die großzügige Kalkulation mal 30 Sekunden ein) nicht den ganzen Arbeitstag mit Arbeit füllt.

Ich saß in dem Großraumbüro, atmete oft kräftig und betete, dass ich nicht vor Langeweile sterben würde.

Witzig war, dass gleich am ersten Tag meine Bemerkung zu der ersten Mail meiner Betreuerin zunichtegemacht wurde. Mir wurde gesagt, dass noch nie jemand in der Abteilung programmiert hätte und das würde man auch nicht ändern wollen.

Da ich dort schon an meinem Gedächtnis zweifelte, schaute ich nochmal nach und fand die Mail, die mir wahrhaftig versprach, doch etwas Sinnvolles tun zu dürfen.

Nach mehreren Diskussionen und viel Druck meinerseits, habe ich nach ein paar Tagen beschlossen, einfach etwas zu programmieren, was der Abteilung helfen könnte, was dann auch jeden zufriedenstellte.

Bei den Chinesen ist es anscheinend der Fall, dass man um Arbeit betteln muss. Viele unserer Kommilitonen sind auch nur zur Zierde anwesend, wie Blumen im Büro, nur anders.

Bei Sophie läuft es dagegen besser. Sie hat ein sehr dynamisches und junges Team erwischt, wo jeder so gut Englisch sprechen kann, dass sogar sie oft das Gefühl hat, schlechter als die anderen zu Sprechen.

Letztendlich gibt es auch viele von uns, die die Zeit während der Arbeit sinnvoll nutzen. Ich habe an den ersten Tagen viel über Masterstudiengänge recherchiert, die Sophie und mich interessieren könnten, andere lernen für die IHK Prüfung im nächsten Jahr oder für den GMAT, den man machen darf und von der BASF bezahlt bekommt!

Da wir innerhalb der BASF keine Bilder machen dürfen, haben wir auch leider keine Bilder für euch.

Damit ihr aber doch noch wenigstens ein paar Bilder anschauen könnt, wollen wir euch zeigen, wie wir unser Wochenende verbracht haben!

Das Wochenende, so haben wir beschlossen, sollte absolut langweilig werden. Das Reisen auf Dauer auch sehr anstrengend sein kann, haben wir gemerkt und deswegen wollten wir uns einfach mal etwas Ruhe gönnen.

Nur am Sonntag haben wir uns am Nachmittag aufgerafft und sind ins Shanghai Museum gegangen, es gab hier ein paar Schriftrollen, Möbel und Jade zu begutachten. Dafür, dass wir weniger als eine Stunde im Museum waren (wir haben wirklich alles angeschaut), standen wir über eine Stunde in der prallen Hitze an. Da wir keinen Sonnenschirm dabeihatten, hat sich immer einer von uns sich in die Reihe gestellt, die anderen warteten im Schatten und jede paar Minuten wurde rotiert!

Damit wir euch zeigen können, wie wir nach dem Sonnenbad aussahen, gibt es nun ein Bild für euch:

Ist da die Krosse Krabbe?

Die Frage, weshalb ich immer so schön mit Tieren posieren kann, kann ich euch leider nicht beantworten.

 

 

 

 

Ein Kommentar auch kommentieren

  1. Marie sagt:

    Pass auf Marvin, sonst gibts wieder ne Quarkpackung von Sophie 😉

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