Löffelwurst

In diesem Blogeintrag habe ich ein bisschen was aufzuholen. In den letzten zwei Wochen haben wir ziemlich viel erlebt! 🙂

Zirkus

Am Dienstag vor zwei Wochen sind wir in die Akrobatikshow ERA gegangen. Obwohl der Zirkus, die Requisiten und die Kostüme den Charme der Achtziger verströmten, war die Aufführung wirklich atemberaubend! Hier kriegt ihr ein paar Fotos davon:

Yunnan

Am nächsten Tag begann unser Ausflug nach Yunnan mit der obligatorischen Flugverspätung für chinesische Inlandsflüge. Drei Stunden mussten wir warten, davon den Großteil im Flugzeug eingepfercht, bis es tatsächlich losging. Als im Flugzeug die Durchsage kam, dass der Abflug sich verspätet, ist sogar ein Chinese ausgerastet und hat wütend durch den Flieger gebrüllt (wie war das mit dem Gesichtsverlust?). Hätte denen aber auch mal früher auffallen können, dass sich unser Flug verspätet. So steckten meine Knie also drei Stunden länger im Rücken des Vordermanns. Und es gab noch nicht einmal etwas zu essen. Was für ein schrecklicher Flug! Kaum in Kunming angekommen der nächste Schock: Da standen wir zwischen 4 und 5 Uhr morgens in einer Schlange für Taxis und weit und breit kein Taxi in Sicht. Nach einer halben Stunde haben wir dem Drängen eines privaten Fahrers nachgegeben, der uns natürlich gut was abknöpfte für die Fahrt. Eine andere Wahl hatten wir nicht, daher auch keine Möglichkeit, den Preis zu verhandeln. Egal, wir waren alle total im Arsch und freuten uns schon auf das Hotel in Kunming. Auf dem Weg Richtung Innenstadt (der Flughafen liegt ungefähr 30km außerhalb) bemerkten wir dann, warum sich kein Taxi zum Flughafen traute. Zum einen gab es offenbar einen Unfall, sodass die komplette Straße blockiert war. Uns ist fast das Herz stehen geblieben, als uns mehrere Geisterfahrer entgegenkamen, da auf der Straße kein Durchkommen mehr war. Unser Taxi hat sich dann irgendwo durch die Leitplanke gequetscht und einen anderen Weg eingeschlagen. Und zum anderen standen ganze Viertel Kunmings durch Regenfälle unter Wasser. Dass das Wetter hier in China verrücktspielen kann, wissen wir schon, aber durch hüfthohes Wasser mussten wir noch nie durchgurken. Da hätten wir eher ein Amphibienfahrzeug benötigt. Man konnte richtig sehen, wie der Taxifahrer mit sich haderte, dann steuerte er sein Auto mutig in die Fluten. Schaut euch mal das Foto an:

Nach einer viel zu stressigen Fahrt kamen wir endlich im Hotel an. Dort inspizierte unser Fahrer sein Auto – er hatte doch wirklich sein vorderes Nummernschild in den Fluten verloren! Im Nachhinein haben wir (und weniger er) mit der Fahrt Glück gehabt. Mit Taxameter hätte man uns das Doppelte abgezogen oder auf der Hälfte der Strecke rausgeschmissen, spätestens beim Hochwasser.

Nach einer viel zu kurzen Nacht in einem nicht erwähnenswerten Hotel ging es am Morgen los in die Innenstadt Kunmings. Kunming ist die Hauptstadt Yunnans, einer Provinz ganz im Süden Chinas. Es grenzt direkt an Laos, Burma und Vietnam. Klingt kuschelig warm, ist es aber nicht. Wir hatten meistens zwischen 15 und 25°C. Wohlfühltemperaturen für Marvin also. Nach einem stärkenden Frühstück bei McDonald’s (Asche auf unser Haupt) marschierten wir zum Vogel- und Blumenmarkt der Stadt. Inzwischen hat sich dieser traditionsreiche Markt zu einem Ramschmarkt entwickelt, aber ein paar Blumen und Vögel konnte man zwischen dem Krimskrams noch entdecken. Und sehr viele Tiere, bei denen wir nicht genau wissen, ob sie zum Kuscheln oder Kochen verkauft wurden. Kätzchen und Hunde, eingesperrt auf engstem Raum, Hamster, Chinchillas, Schildkröten in verschiedensten Farben und Formen, traurig dreinblickende Hasen, Fische, Quallen, sogar Axolotls. Ob Chinesen Axolotls essen?

Am Nachmittag setzen wir uns in einen Bus und fuhren zum Dian Chi, einem See südlich der Stadt. Dort schlenderten wir am Ufer entlang, aßen aus Vietnam importierte Kokosnüsse und holten uns mal wieder einen Sonnenbrand. Danach besuchten wir die Minderheitendörfer, in denen das traditionelle Leben der vielen Minderheiten Yunnans dargestellt wurde. Letzten Endes haben wir uns hauptsächlich auf die traditionellen Gerichte der Minderheiten konzentriert… 😉

Am Abend fuhr unser Nachtzug nach Lijiang, das im Nordwesten Yunnans liegt. Nach einer für mich relativ angenehmen und für Marvin schlaflosen Nacht krallten wir uns in Lijiang das erstbeste Taxi, ließen uns zum Jadedrachen-Schneeberg kutschieren und bezahlten uns natürlich dumm und dusselig (hätten wir uns mal eher informiert, wären wir in einen der Touribusse eingestiegen und hätten einen Bruchteil bezahlt… hinterher ist man immer schlauer. Und ärmer.) Während der Fahrt riefen wir bei zwei Hostels in der Tigersprungschlucht an, durch die wir eigentlich von Samstag bis Sonntag wandern wollten. Am Telefon wurde uns sofort gesagt, dass die Schlucht wegen der Regenfälle die komplette Woche gesperrt ist. Na toll, da durften wir gleich eine weitere Nacht in unserem Hostel in Lijiang dazubuchen und den Samstag und Sonntag irgendwie anders füllen. Aahhh.

Zurück zum Jadedrachen-Schneeberg. Der Berg erhebt sich auf 5500m und kann mit einer Seilbahn erklommen werden. Das wollten wir eigentlich machen, aber vor Ort wurde uns mitgeteilt, dass man inzwischen die Tickets für die Seilbahn nur noch mit WeChat Pay oder AliPay bezahlen kann. Das bedeutet, dass man mit seinem Handy einen QR-Code scannt und bargeldlos bezahlt. Wäre kein Problem, wenn man als Ausländer Geld auf sein WeChat-Konto transferieren dürfte. Ich hatte dank unseres Trips nach Sanqingshan noch 300RMB auf meinem Konto (erinnert euch bitte an den katastrophalen Ausflug, wo nicht nur das Geld knapp, sondern auch der Berg aufgrund schlechten Wetters gesperrt wurde. Damals hatte eine chinesische Freundin Geld an mein WeChat-Konto geschickt.) Da die Gondelfahrt aber 185RMB pro Person kostete, konnten wir uns das also abschminken. Stattdessen wählten wir das Blue Moon Valley als Hauptattraktion des Vormittags.

Das Blue Moon Valley ist ein Fluss, der von dem schmelzenden Schnee des Jadedrachen-Schneebergs gespeist wird. Durch weißen Schlamm und Kalkstein im Flussbett bekommt das Wasser eine pastellblaue Farbe, die sich von dem dunkeln Bergmassiv im Hintergrund hübsch abhebt. Rundherum stehen ein paar Yaks und Massen an Chinesen, die tausende Fotos von sich, dem Valley, den Yaks und sich selbst auf den Yaks machten. Als uns der Trubel zu viel wurde, machten wir uns davon und wanderten einmal quer durch das Valley.

Danach begann der Spaß. Eigentlich wollten wir noch zu einer Yakwiese, um, wie es unsere Freundin ausdrückte, „etwas Großes, Haariges zu streicheln“. Wir fragten uns eine halbe Stunde durch das Blue Moon Valley und landeten schließlich in einem Bus, der uns laut eines nickenden Chinesen zur Yakwiese bringen sollte. Und stattdessen wurden wir zum Ausgang des Parks gefahren… Jetzt hätten wir uns entweder wieder anstellen und bezahlen müssen, um einen Bus zur Yakwiese zu kriegen, oder wir hätten einfach den Heimweg antreten können. Was wir dann mit einer Mordslaune taten. Nachtzug, Tigersprungschlucht, Jadedrachen-Schneeberg, Yakwiese, alles kacke.

In unserem Hostel in Lijiang holten wir erstmal ein bisschen Schlaf nach und machten uns am späten Nachmittag auf, um die Altstadt Lijiangs zu erkunden. Lijiang ist seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe und hat den Titel zu recht verdient. Es ist wunderhübsch, traditionell und dabei sehr modern. Und oho, nicht schmuddelig. Allein für Lijiang hat sich der Ausflug nach Yunnan gelohnt.

Am Samstag reisten wir nun also nicht zur Tigersprungschlucht, sondern zu einem nahegelegenen See. Dort wurden organisierte Ausflüge angeboten, die die Fahrt, ein Essen vor Ort, eine Bootstour und einen Pferderitt beinhalteten. Oh ja, ihr habt richtig gelesen ^^“ Doch zu diesem Desaster später. Als wir am See ankamen, nieselte es schon schön. Noch frohen Mutes machten wir uns auf zur Bootstour, die wir uns als kleine Dampferfahrt vorgestellt hatten. Stattdessen konnte man sich zwischen Holzbooten für rund zehn Leute oder Kayaks entscheiden. Marvin und ich, wir Sportskanonen, wählten ein Zweierkayak und paddelten die nächste halbe Stunde träge auf dem See. Danach gab es Hühnchen-Hot-Pot. Während des Essens hatte es angefangen, in Strömen zu regnen. Wir wurden zum Warten verdonnert, und nach einer halben Stunde gings dann weiter. Uns wurden nicht nur Regencapes angeboten, die wir dankbar annahmen, sondern auch Plastiküberzieher für die Schuhe. Bei denen fragten wir uns, warum wir sie kaufen sollten, auf einem Pferd werden die Schuhe doch nicht dreckig, oder? Also schüttelten wir die penetranten Verkäuferinnen ab und schwangen uns auf die Pferde. Dazu muss man sagen, dass unsere Yak-Freundin der Grund für den Ausflug war. Sie wollte unbedingt reiten und der Rest der Gruppe hat sich – aus Mangel an Alternativen – relativ unfreiwillig angeschlossen. Und wenn man schon das ganze Paket bezahlt hat, dann macht man auch alles mit…

Da saßen wir nun, auf Satteln mit zwei Eisenstreben, die am Po gut wehtaten. Na ja, kein Problem, diese zehn Minuten auf dem Pferd würden wir das aushalten! (Ich frage mich nur, wie die Pferde das auf Dauer aushalten. Generell, mir geht nicht in den Kopf, wie es einem Pferd gefallen kann, überhaupt einen Menschen auf dem Rücken zu haben. Ist das ergonomisch vertretbar? Ist es nicht Tierquälerei, einem Pferd einen zappelnden Fleischklops auf den Rücken zu packen? Kleiner Denkanstoß am Rande.) Jedenfalls trabten wir munter drauf los, jeweils ein Chinese auf dem vordersten Pferd und drei Pferde in einer Reihe hintendran gekettet. Die Zeit verging und nach 15 Minuten fragte ich mich, wann wir denn endlich kehrtmachen würden. Stattdessen ging es durch ein Dorf und plötzlich standen wir vor einem ziemlich steilen Berg. Pferd und ich starrten ungläubig nach oben. Das konnte doch nicht deren Ernst sein! Der komplette Weg war aufgeweicht und bestand eigentlich nur aus Schlamm. Und genau den Weg schlugen wir ein. Schon beim Hinaufkraxeln rutschen unsere Pferde manchmal aus, uns graute schon vor dem Abstieg… Oben angekommen mussten wir zum Verschnaufen von den Pferden runter und im Schlamm watend verstanden wir, warum wir diese Schuhüberzieher hätten kaufen sollen. Wenigstens hatten Marvin und ich die Regencapes angezogen, im Gegensatz zu unseren fünf Freunden, die von oben bis unten durchnässt waren. Nach wenigen Minuten wieder rauf aufs Pferd, den Berg hinunter. Wäre ich das Pferd gewesen, hätte ich mich einfach stocksteif hingestellt und wäre so den Schlammberg runtergerutscht. Stattdessen probierte das arme Tier, sich Schritt für Schritt nach unten zu tasten, was nicht so leicht war, da von vorne das Leittier und von hinten die zwei anderen Pferde zerrten. Als wir endlich unten ankamen, ist sowohl Pferd als auch mir ein Stein vom Herzen gefallen. Den Rest des Weges habe ich mich innerlich aufgeregt, dass die hier mit Reitanfängern bei so einem Dreckswetter einen Berg hoch- und runterrobben mussten. Nach einer Stunde war die Tortur vorüber, ich bedankte mich bei Pferd, dass es mich so mutig getragen hatte und wir stiegen durchnässt, durchgefroren und schlammig in unser Taxi.

Im Hostel haben wir uns erstmal von diesem Vormittag erholen und aufwärmen müssen. Am Abend sind unsere Freunde in ein Konzert des Naxi-Orchesters gegangen, aber Marvin und ich wollten lieber noch ein bisschen Lijiang erkunden. Und wie! Wir haben eine Teezeremonie über zwei Stunden gemacht, regionale Spezialitäten probiert (Yakmilch ist übrigens sehr lecker) und zum Schluss Parfüm und Früchtetee gekauft. Abends haben wir in unserem Hostelzimmer den tollen Ausblick auf Lijiang genossen.

An unserem letzten Tag in Lijiang sind wir nach Baisha gereist, einem Dorf nah bei dem Jadedrachen-Schneeberg. Das hätte eigentlich schön sein sollen, hat uns aber nicht von den Socken gehauen, leider. Einzig meine musikalische Spitzenleistung im Mini-Naxi-Orchester wäre zu erwähnen!

Nach einem mehrstündigen Mittagessen haben wir den Bus zurück nach Lijiang genommen und sind im Nieselregen noch ein bisschen durch die Altstadt geschlendert. Kurz vor 22 Uhr fuhr unser Nachtzug zurück nach Kunming. Diese Tickets haben wir leider zu spät gekauft, weshalb nicht mehr die besten Schlafkabinen frei waren. Also hatten wir nicht mehr zwei gemütliche Doppelbetten in einem abschließbaren Abteil, sondern zwei dreistöckige Betten in einem offenen Abteil. Meine Pritsche war ganz oben, direkt neben der Klimaanlage, mit einem weiten Weg nach unten. So modern wie hier die Schnellzüge sind, so alt sind die Nachtzüge. Gut durchgeschüttelt kamen wir am Montagmorgen in Kunming wieder an. Trotzdem habe ich ganz gut geschlafen, im Gegensatz zu Marvin ;D Ich glaube, Nachtzüge sind nichts für ihn.

Am Montag sind wir nach Shilin gefahren, einem „Steinernen Wald“. Dieses Areal besteht aus Karstgesteinsformationen und hohen Kalksteinsäulen, zwischen denen man sehr schön hindurchwandern konnte.

Hier ist uns mal wieder aufgefallen, wie anders die Chinesen doch reisen. Uns erscheint es so, als ob sie ausschließlich dann reisen, wenn ihnen fünfzig andere Chinesen und ein lauthals plärrender Tourguide ihnen auf den Senkel gehen kann. So etwas wie Individualreisen kennen die Chinese wohl gar nicht. Da fahren große Reisebusse vor, ein Schwall Chinesen ergießt sich daraus in die Sehenswürdigkeit von Interesse, es werden Fotos mit Hunderten von Chinesen im Hintergrund geschossen (oder vor einer weißen Wand, das ist auch ein beliebtes Fotomotiv der Chinesen…), der Guide zetert rum, jeder steht jedem im Weg, und nach einer Stunde quetschen sich die Chinesen wieder zurück in den Bus zur nächsten Sehenswürdigkeit. Und wir Ausländer schieben uns irgendwo durch, in der Hoffnung, nicht totgetrampelt oder heimlich fotografiert zu werden. Abseits der Hauptattraktion von Shilin (einer Aussichtsplattform) war keine Menschenseele, für mehr reicht die Zeit der Reisegruppen halt nicht. Am Nachmittag haben wir uns zum Flughafen von Kunming bringen lassen (ohne Stau, ohne Hochwasser). Beim Einchecken ist uns aufgefallen, dass Marvin und ich einen anderen Flug nach Shanghai gebucht haben als unsere Freunde, obwohl die Abflugs- und Landezeiten dieselben waren! Und bei unserem Glück ging der Flieger unserer Freunde relativ pünktlich, und wir mussten mehr als drei Stunden warten. Das wäre kein Problem gewesen, hätten wir nicht am Dienstag unsere Chinesischprüfung gehabt :/

Prüfung

Nach einer dreistündigen Nacht in unserem Guesthouse haben wir uns in die Uni gequält, unseren Dialog für die mündliche Prüfung runtergerattert, sind zurück ins Guesthouse und haben für die schriftliche Prüfung am nächsten Tag gebüffelt. Wir verstehen nicht, warum wir in einem Fach, das wir eigentlich für das tägliche Leben brauchen, eine schriftliche UND eine mündliche Prüfung benötigen, die noch dazu nicht in die Bewertung einfließt… Wir können uns Reis und Bier im Restaurant bestellen, ist das nicht Erfolg genug? Eigentlich haben wir nur gelernt, um die Chinesischprofessorin nicht zu enttäuschen. Sie hat sich mit uns wirklich Mühe gegeben.

Seoul

Mit der schriftlichen Chinesischprüfung am Mittwoch endete unsere Uniphase hier in Shanghai. Zur Belohnung und als Entspannung vor der Arbeitsphase gönnten wir uns letztes Wochenende einen Ausflug nach Seoul, der Hauptstadt Südkoreas. Es war eine Wohltat, sich mit den sehr westlichen Südkoreanern zu umgeben, nach zwei Monaten China. Die Einreise war unkompliziert, die Busfahrt vom Flughafen zum Hotel sehr angenehm und das Hotel für unsere Verhältnisse luxuriös. Man konnte aus der Metro steigen, ohne umgerannt zu werden. Wenn man angerempelt wurde, hat der Andere sich entschuldigt. Wenn man jemanden auf Englisch nach dem Weg gefragt hat, bekam man ein Lächeln und eine Antwort in Englisch. Der absolute Wahnsinn! Ich habe mich auf Anhieb wohl gefühlt, wahrscheinlich auch, weil Südkorea Japan sehr viel mehr ähnelt als China.

Im Voraus haben wir von meiner Freundin Elo, die ein Jahr in Seoul gelebt hatte, eine Liste mit Tipps bekommen. Also haben wir die vier Tage in Seoul gut genutzt und haben in Myeonddong geshoppt, im Common Ground (einem Kaufhaus aus Containern) ein Fotoshooting gemacht, den N Seoul Tour erklommen (die Gondeln waren leider kaputt), sind durch den Gyeongbokgung Palast geschlendert…

Und das ALLERBESTE: Wir sind ein Katzencafé gegangen und haben zwei Stunden Muschis gestreichelt! So ein Leben wie die Miezen möchte ich auch mal führen, den ganzen Tag träge im Café rumlungern, gekrault werden, und wenn es zu viel wird, einfach auf ein Regal verkriechen. Komischerweise waren alle total zahm, man hätte mit denen auch den Boden wischen können, ohne dass es sie gejuckt hätte. Wahrscheinlich müssen die Cafébetreiber ganz strikt aussortieren: Du bist brav, du darfst bleiben; du bist ein Mistvieh, du kommst in den Eintopf. (In Seoul sind wirklich Personen mit großen Plakaten rumgelaufen, die das Essen von Hunden und Katzen angeprangert haben. Ich dachte, das wäre nur in China verbreitet?!).

Neben Shoppen, ein bisschen Sightseeing und Katzenkraueln haben wir erstaunlich wenig in Seoul gemacht. Das lag hauptsächlich an unserem Hotel! Es gehört zu einer japanischen Kette und hatte einen tollen Spa-Bereich mit Onsen (heißen Bädern) und Sauna <3 Die Onsen waren dann schon mal 40,7°C heiß, da kam man gar wieder raus. Zum Frühstück gab es ein ziemlich großes und gutes Buffet, und zum Abendbrot gab es kostenlose Ramen (japanische Nudelsuppe). Unsere Zimmer lagen im 10. Stock und wir hatten einen schönen Ausblick auf die Stadt und den N Seoul Tower. Was soll ich sagen: Wir haben die Zeit in Seoul in vollen Zügen genossen.

Und dann kam die Rückreise. Natürlich war die Einreise nach China wieder richtig umständlich, und obwohl wir extra drei Mal beim Amt waren und uns eine Residence Permit geholt haben, mussten wir uns mit hundert anderen Ausländern bei den zwei besetzten Schaltern anstellen. Währenddessen ist unser Gepäck schon fünfzig Runden auf dem Gepäckband Karussell gefahren… Knapp zwei Stunden nach Ankunft am Shanghaier Flughafen haben wir uns endlich in ein Taxi setzen können, hatten wieder eine viel zu kurze Nacht und dann durften wir am Montag zum ersten Mal auf Arbeit!

Arbeit

Dazu wird Marvin nächste Woche noch einen Text verfassen. Ich muss aber noch auf den reißerischen Titel dieses Eintrages eingehen, ihr sollt euch ja nicht umsonst durch 2.800 Wörtern bis hierhin gequält haben 😉 Als wir abends zurückgekommen sind, stand an der Rezeption schon ein Paket bereit! Von Mama und Papa, gefüllt mit Fleisch und Süßigkeiten!!!! <3<3<3 Jetzt gluckert unser Kühlschrank gut gefüllt vor sich hin und unsere Bäuche auch! Gestern haben wir erstmal eine Büchse Schmalzfleisch leergelöffelt. In der Not schmecken Salami, Jagdwurst, Bauernmett, Leberwurst, Schmalzfleisch, Frühstücksfleisch und Nudossi auch ohne Brot 😀 Vielen Dank an die großzügigen Absender!

Liebe Grüße nach Hause,

Marvin und Sophie

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